Törn 2026 Die Inseln des Dodekanes
14.04.2026
15.04.2026
16.04.2026
17.04.2026
18.04.2026
19.04.2026
20.04.2026
21.04.2026
22.04.2026
23.04.2026
24.04.2026
Mit teilweise bis zu 35 kn Wind in Böen und deutlich über 8 kn Fahrt durchs Wasser, rauschen wir
raumschots Richtung unseren Lieblingshafen Ormos Marathokampou. Oh - wie wir die Fahrt ge-
niessen! Wir freuen uns über die Bilderbuchatmosphäre und dass wir keine Termine mehr haben. So
schön, wieder hier zu sein.
Abends gehen wir mit anderen Seglern noch in ein Restaurant. Der Wirt kennt uns noch vom letzten
Jahr. Es gibt nur eine kleine Auswahl auf der Karte, da noch Vorsaison.
Mit einer gebürtigen Russin sprechen wir über den Ukrainekrieg. Ihre Meinung
ist, dass es immer 2 bei einem Streit gibt…. Ausserdem zeigt sie uns noch
Johannesbrotbaumfrüchte und erinnert mich daran Kaffee aus Zikorie zu probie-
ren.
Glücklich wieder angekommen.
Schön hier!
Ca. 19.30 Uhr kommen wir bei
unserem Boot auf der Werft in
Karlovasi an.
Wir haben nur eine Segelreise-
tasche dabei. 22 kg hat sie. 20 kg
davon sind Ersatzteile und an-
derer Bootskram.
Unsere Kleidung lassen wir immer
auf dem Boot.
Alles ist trocken geblieben.
Es ist und riecht kein bisschen
feucht.
Wir sortieren unsere mitgebrachten Sachen ein und planen unsere Arbeiten für die nächsten Tage auf der Werft.
Die Werft hat über den Winter den unteren Teil des Ruderblattes nachträglich noch mit Epoxianstrich versehen
und das Bohrloch in der unteren Kante verschlossen. Im Ruderblatt stand im Herbst etwas Wasser, welches jetzt Zeit
hatte abzufliessen.
Abends gehen wir in eine Bar direkt an der Hafenkante Abend essen. Es gibt nur eine Art griechische Hamburger
und Salat. Wir nehmen beides. Der Salat hat sehr viel Mayonnaise. In der Nacht wird mich das viele Fett noch
wach halten.
Martin geht gleich ans Polieren des Edelstahls.
Ich kaufe ein, so dass wir uns Abends selbst bekochen können. Ausserdem lasse ich mir das Paket mit F2
Produkten, welches ich zur Werft direkt habe liefern lassen, aushändigen.
Ich muss das Ruder und die Stellen unter den Pflöcken, auf denen das Boot auflag und den Boden des Kiels,
noch mit dem neuen Antifouling behandeln.
Ich frage die Werft, ob wir übers Wochenende in den Kran dürfen. Das vereinfacht für mich viel, denn dann
muss ich nur einmal die Farbbüchsen aufmachen und anrühren.
Wir bekommen unsere neue Ankerkette.
Statt wie bisher 50 m (davon die letzten 5 m ziemlich verrostet) haben wir jetzt künftig 80 m zur
Verfügung. Ich muss aber gestehen, dass wir die ersten 30 m sehr sorgfältig in den Ankerkettenraum
fallen lassen mussten, damit die Kette keine Häufchen bildet.
Mal sehen wie das in der Praxis noch wird. Notfalls müssen wir wieder ein paar Meter abschneiden.
Allerdings habe ich noch die Hoffnung, dass die Kette im nassen Zustand leichter in den Ankerketten-
raum fällt.
Jedenfalls haben wir die Kette jetzt wieder schön markiert. So dass alle 10 m uns die Farbe der
Markierung sagt, wieviel Meter jetzt genau draußen sind.
Es ist Samstag und die Werft
hängt uns am frühen Nachmittag
in den Kran.
Ich wasche sogleich die zu be-
handelnden Flächen mit einem
Spezialreiniger ab. Danach
streiche ich einen Zweikomponen-
tenprimer auf.
Der ist viel einfacher zu verstreichen,
als der letzte Primer vom Herbst.
Allerdings deckt er nicht so schön
und er ist viel heller.
Abend als es gerade schon dämmrig
wird, bringe ich die 2. Lage - das
Adhesive Coat von F2 auf.
Morgen früh kann dann die
3. Lage gestrichen werden und
Montag können wir dann ins
Wasser.
Alexander dichtet uns noch eine
Fuge am Heck mit Silikon ab. Seine
Fugen werden wirklich schön.
Irgendwann stehen relativ viele Männer dabei und sehen mir beim Streichen zu.
Aris sagt: „Ich weiss gar nicht, wo ihr immer eure Frauen herkriegt. Die können schaffen!“
Noch vor dem Frühstück streiche ich noch die
Stellen mit dem Top Coat.
Martin assistiert mir und schleift immer eine
Palette dorthin, wo ich sie gerade benötige…
Die Stellen mit dem neuen Primer werden jetzt
insgesamt viel heller - also weisser als die alten.
Das ist aber nur ein optisches Thema. Ausserdem
ist das Unterwasserschiff bekanntlich im Wasser
und insofern ist die Optik sowieso egal.
Wir hoffen jedenfalls, dass uns der F2 Anstrich
mindestens die 5 versprochenen Jahre hält.
Die Werft
will uns um
10 Uhr im
Wasser ha-
ben. Von uns
aus gerne!
Um 12 Uhr
sind wir dann
tatsächlich
drin.
Die Seeven-
tile werden
noch auf Dich-
tigkeit gecheckt.
Dann gehts los.
!
Wir haben strahlend schönes Wetter und es ist nahezu windstill.
Also wasche ich alle unsere Kissenbezüge und die messingfarbenen Auflagen auf unseren Polstern.
Beim improvisierten Aufhängen an der Genuaschot wird mir wieder bewusst, dass ich nicht im Kurzurlaub bin
und wie schön das für mich ist. Der letzte Rest an Feuchtigkeit weicht dann schließlich über Nacht im Boot aus
den Kissenbezügen.
Wir kaufen Trinkwasser in Flaschen (in unserem Tank haben wir vor Verlassen des Bootes Silberionen eingefüllt,
sodass das Wasser nicht so schnell veralgt) und beschließen Abends Patitirigarnelen zu kochen (Spaghetti mit
Garnelen und viel Knoblauch). Als wir auf dem Rückweg beim Hafenmeister vorbeilaufen fragt er uns, ob wir
mit ihm und einem anderen Paar zusammen grillen möchten. Ja wollen wir! Also läuft Martin nochmals zu dem
Lädele und kauft tiefgekühlte Hühnchenspieße ein. Den Hähnchenblock (ca. 10 Spieße) bekomme ich natürlich
nicht so schnell aufgetaut - also würze ich den ganzen Block und stelle noch eine Art Griechischen Salat her.
Wir sitzen also beim Apero als noch 3 weitere Segler auftauchen und eingeladen werden.
Es wird ein geselliger Abend mit allerhand Anekdoten.
Ein Holländer erzählt uns, dass er vor 3 Jahren sein Segelboot in Marmaris zu einem erstaunlich guten Preis
verkaufen konnte. Die Käuferin sagt, dass sie an solchen Booten interessiert sei. Er geht im Folgejahr wieder
auf die Suche nach einem neuen Boot für sich. Er findet zwei und kauft das eine für sich und fragt die damalige
Käuferin, ob sie noch an einem solchen Boot interessiert sei. Ja - ist sie. Es muss aber nach Marmaris gesegelt
werden. Das nimmt er auf sich und segelt es von Korfu nach Marmaris. Irgendwann erhält er einen Anruf von
der griechischen Polizei. Man hätte sein Boot gefunden?! Später stellt sich die damalige Käuferin als Strohfrau
heraus. Die Boote sind nach der Eigentumsübertragung komplett leergeräumt worden, um Flüchtlinge in die
EU zu transportieren….
Wir testen den Dinghimotor. Er springt sofort an und Martin macht eine Probefahrt in der Hafeneinfahrt.
Als er zurückkommt, ist der Motor richtig heiss und dampft.
Wir vermuten, dass der Impeller kein Kühlwasser gefördert hat. Ohje - hoffentlich haben wir jetzt kein
Problem damit.
Wir sagen dem Hafenmeister, dass wir einen Techniker benötigen, der den Suzukimotor gründlich wartet
und auf evtl. Schäden checkt. Angeblich will der Techniker bereits morgen Mittag kommen….
Wir sind ziemlich zerknirscht, denn bisher war der Motor sozusagen die Zuverlässigkeit in Person.
Lediglich Martin liebäugelt schon lange mit einem elektrischen Motor. Deswegen habe ich ihn schon
lange im Verdacht, den Außenborder etwas stiefväterlich zu behandeln. Wir diskutieren die Situation -
das Wetter ist kalt und windig - und kommen zu dem Schluss, einen elektroangetriebenen Außenborder
zu kaufen. Der Vorteil ist, dass dieser sehr leicht ist und ich ihn auch anlassen kann. Bei dem Verbrenner
fehlt bei mir einfach immer der Schwung. Und weil wir gerade im Kaufrausch sind und Martin bald Geburts-
tag hat, bestellen wir noch eine Baby Tylor Gitarre nach Samos.
Ich werde am 27.04.2026 nochmals kurz aus familiären Gründen nach Hause fliegen und Martin 2 Wochen
hier auf dem Boot alleine lassen. Man muss ihn sicher nicht bedauern. Es wird hier für ihn schön sein.
Aber klar - eine kleine Liste haben wir schon, was er alles in dieser Zeit noch auf dem Boot erledigen kann.
Achja und und den Suzukimotor möchten wir gerne trotzallem wieder repariert zurück haben, falls die Reparatur
überhaupt möglich ist. Dann haben wir vorläufig ein Backup.
Da ich am 27.04. nochmals für 2 Wochen nach Hause fliegen werde, wasche ich heute unsere
Wäsche, die sich seither angesammelt hat. Zum Beispiel beziehe ich die Betten ja immer frisch
wenn wir anreisen und es gibt immer ein paar gebrauchte Handtücher noch an Bord.
Ausserdem befüllen wir die Frischwassertanks mit Reinigungsmittel. Das haben wir zuletzt vor
2 Jahren gemacht und wir finden, dass dies wieder einmal sinnvoll sein könnte. Es soll 24 h stehen….
Damit haben wir eine wunderbare Ausrede für einen Restaurantbesuch. Wir gehen also Abends
essen und machen anschließend einen Filmabend für uns beide an Bord.
25.04.2026
Der Tag ist ziemlich bedeckt. Wir lassen das Wasser mit dem
Reiniger ab und befüllen mehrmals mit frischen Wasser.
Ich sitze an der Homepage und befestige außerdem provi-
sorisch die Schutzplane über dem Dinghi. Dann muss das
in der Sonne nicht so garen bis ich wieder komme.
Es fällt mir schon ein bisschen schwer, von hier zu gehen.
Hier ist einfach Urlaubsstimmung spätestens seit wir nicht
mehr auf der Werft stehen.
Abends wollen wir noch in den Nachbarort zu Fuß laufen.
Dort ist ein tolles Restaurant mit wirklich besonderer, neuer
kreativer griechischer Küche.
Wenn ich aus Deutschland zurückkomme, werden wir ver-
mutlich keine Muße mehr haben, dorthin zu wandern.
Eine Seglerin eines Nachbarbootes will uns begleiten.
Wie schon im letzten Jahr kann ich den alten Fischer unter den
Bäumen beobachten, wie er seine Angelleinen sortiert. Zenti-
meter für Zentimeter fährt er mit den Fingern ab und löst
kleine Verunreinigungen oder Knötchen.
Er scheint endlos Zeit zu haben…
Hier wird man wirklich entschleunigt und zufriedener.
Der Tag ist relativ ungemütlich und wir sitzen die meiste
Zeit im Boot. Wir haben zeitweise sogar kurz die Heizung an.
Abends sitzen wir wieder mit den Holländern beim Hafen-
meister zusammen.
Die geben allerhand Anekdoten von sich. Einer bietet Kojen-
charter auf einem Catamaran an.
Ein Deutscher ist auch dabei, der Kanus und Canadier aus
Holz selbst baut und auch Kurse dazu gibt.
Alles ohne Leim oder Nägel…
In der Seglergemeinde lernt man immer wieder tolle,
interessante Menschen mit interessanten Geschichten
kennen….
:-)
Marina Ormos
von oben
Marina Ormos bei Nacht